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Stellungsnahme zur WPO Hessen

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Protokoll der WPO-Sitzung

Stellungnahme der ärztlichen osteopathischen Verbände Deutschlands DAAO, DÄGO, DGCO, DGOM, DVOM und des EROP zur hessischen Weiterbildungs- und Prüfungsordnung Osteopathie (WPO)

 

im Vorfeld der Mitgliederversammlung des EROP (Europäisches Register für Osteopathischer Ärzte) am 25. April 2009 in München trafen sich Vertreter der oben genannten deutschen ärztlichen osteopathischer Verbände, um zur neuen Weiterbildungs- und Prüfungsordnung Osteopathie (WPO) in Hessen Stellung zu nehmen.

 

International hat das Berufsbild des Osteopathen/ der Osteopathin bereits in verschiedenen Ländern einen Primärpatientenzugang (unter bestimmten Voraussetzungen und Einschränkungen) erlangt. Nach geltendem deutschem Recht darf Osteopathie als Heilkunde nur von Ärzten oder Heilpraktikern selbständig ausgeübt werden. Eine reglementierte Anerkennung der Osteopathie als eigenständiges Berufsbild existiert hierzulande nicht. Deshalb ist es möglich auch mit fragwürdigen osteopathischen Qualifikationen lediglich durch eine bestandene Heilpraktikerprüfung zum Primärpatientenzugang legitimiert zu werden und über diesen Umweg selbständig osteopathisch tätig sein zu können. Insofern sind weitere Regelungen notwendig

 

Die WPO-Osteo regelt den Weg zur Erteilung einer staatlichen Erlaubnis zur Führung der Weiterbildungsbezeichnung Osteopathin/Osteopath in Hessen. Sie regelt nicht die Berufsausübung eines Osteopathen; dies ist weiterhin Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten.

 

Die WPO bietet eine gute Grundlage, um bei der Akademisierung des Berufsbildes Osteopath voranzukommen, da sie Mindeststandards für alle Osteopathen definiert.

Nach unserem Erachten ist die Ausbildung zum Masseur und medizinischern Bademeister jedoch nicht ausreichend, um darauf aufbauend eine osteopathische Tätigkeit auszuüben.

 

Eine abgeschlossene Ausbildung zum Physiotherapeuten halten wir diesbezüglich grundsätzlich für geeignet. Allerdings muss für die medizinische Grundversorgung schon aus Aspekten der Sicherheit gewährleistet sein, dass bei medizinischer Notwendigkeit eine ärztliche Vorstellung erfolgt.

 

 

Die in der hessischen WPO getroffenen Regelungen reichen nicht aus, um eine medizinische Primärversorgung durch Osteopathen zu gewährleisten. Dazu müssen noch erforderliche Zusatzqualifikationen der osteopathischen Tätigkeit definiert werden, wie sie beispielsweise in Entwurfspapieren der WHO zu finden sind.

 

 

Die bei der Sitzung anwesenden Vertreter der ärztlichen osteopathischen Verbände in Deutschland begrüßen grundsätzlich die Etablierung eines eigenständigen Gesundheitsberufes „Osteopath/Osteopathin“ auf akademischem Niveau in Anlehnung an die Bologna- Kriterien.

 

Hierzu ist die in der WPO erkennbare Basisregelung durch eine höherwertigere Regelung zu ersetzen. Vor allem müssen die akademischen Eingangsvoraus-setzungen definiert sein. Es muss die Grundlage für einen national und international vergleichbaren Standard geschaffen werden.

 

Unser Ziel ist die Zusammenarbeit ärztlicher und nichtärztlicher Osteopathen auf einem qualitativ hochwertigen standardisierten und überprüfbaren Ausbildungs-Niveau. Dabei muss die Ausbildung der nichtärztlichen Osteopathen nach den Bologna – Kriterien zwingend akademischen Standards genügen (Bachelor - Degree) und den Kriterien der WHO entsprechen. Es muss außerdem eindeutig geregelt sein, welche Behandlungen ein Osteopath durchführen darf und welche nicht.

 

Die ärztlichen osteopathischen Verbände bieten für die weitere Entwicklung ihre Unterstützung an.

 

Für die ärztlichen osteopathischen Verbände

Dr. med. Christian Hogrefe, Präsident der DGOM

Dr. med. Johannes Mayer, Präsident des EROP

DAAO                                    Prof. Peter Adler-Michaelson

DÄGO                                   Dr. Kilian Dräger, Stefan Wentzke

DGCO                       Dr. Dietmar Daichendt

DGOM                       Dr. Christian Hogrefe, Dr. Peter Kretschmer

DVOM                       Prof. Matthias Beck, Reinhard Unverricht

EROP/DGOM           Dr. Johannes Mayer